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4. August 2011 4 04 /08 /August /2011 05:00

Ich bin von Natur aus neugierig und deshalb möchte ich gerne herausfinden wo die Grenze des Einzelhandels liegt, bei der Annahme von zusammen geklebtem Kleingeld. Wie schon in Gewusst wie II berichtet war es kein Problem 10 sorgfältig verschnürte ½-Dinar Münzen als 5-Dinar Münze in den Umlauf zu bringen.

 

Währungsunion 6-kleinNun habe ich aber auch einen Berg von ¼-Dinar Münzen! Also Bastelset wieder hervorgeholt und eine neue Variante der 5-Dinar Münze zusammengeschustert. In diesem Fall benötigt man natürlich 20 Münzen. Es entsteht dann ein stattlicher Münzen-Turm, der je nach Alter der Münze  eine Höhe von 3,5 cm (neue flache Münzen) bis 5,0 cm (ältere dicke Münzen) erreicht. Das Gewicht schätze ich auf bis zu 300 Gramm und es liegt so griffig in der Hand, dass man es auch optimal als Wurfgeschoß bei der Übernahme von noch nicht fertig gebauten Häusern, so wie es ja hier aktuell Mode ist, verwenden kann.

 

Mit meinen neuen Geldklumpen in der Tasche habe ich mich dann auf den Weg in die goldenen Einkaufspassagen von Dernah gemacht. Um glaubwürdig mit der 5-Dinar Münze zahlen zu müssen, hatte ich mir auch einen Plan zurecht gelegt. Meine Versuchsanordnung sah folgendermaßen aus.

 

1.   Ich gehe in den Laden, bei dem mir der Preis von einem Dinar der Saft-Tetra-Packs bekannt ist und kaufe 12 Packungen.

 

2.      In meiner Tasche habe ich einen 5-Dinar Schein, meine famose 5-Dinar Münze und zwei 1-Dinar Scheine, also kann ich passend zahlen! Um die Glaubwürdigkeit meines neuen Zahlungsmittels zu unterstreichen, lege ich noch ein paar handelsübliche zusammengeklebte ¼-Dinar Münzen dazu.

 

3.      Für den Fall, dass ich auf größeren Widerstand stoße, habe ich noch einen 50-Dinar-Schein eingesteckt. Der wird hier in Lebensmittelgeschäften nicht gerne gesehen, da man so viel rausgeben muss und somit habe ich das perfekte Alibi für meine 5-Dinar-Münze und kann im Notfall trotzdem zahlen.

Geplant, getan. So stand ich also mit meinem Saft an der Kasse und zog ganz unschuldig meine vorbereitete Geldmischung aus der Tasche. Ich zählte langsam das Geld in die Hand des Kassierers und als ich meinem Geniestreich überreichte, da schaut mich der Kassierer flüchtig an und sagt …. …. …. gar nichts. Er zeigt überhaupt keine Emotionen oder Reaktionen. Er nahm den Stapel und zählt in Ruhe die eingeklebten Münzen durch. Dann bestätigt er mit einem Kopfnicken, dass das Geld stimmt und gab mir die Einkaufstüten. Hmmm… wenn ich ehrlich bin war ich anfangs ein wenig enttäuscht. Im Nachhinein empfinde ich es aber als ein enorm lässiges Verhalten vom Kassierer, von dem sich James Bond noch eine Scheibe abschneiden kann.

 

Ich stell mir auch hier nur vor, wie man aus jedem Discounter in Deutschland vom Sicherheitspersonal raus geprügelt werden würde, wenn man darauf besteht mit 20 zusammengeklebten 50 Cent Stücken als 10-Euro Münze zu bezahlen. Undenkbar, es sei denn du hast Kurt und Paola Felix inklusive Karl Dall hinter der versteckten Kamera sitzen, dann kommt man vielleicht noch lebend aus dem selbst verursachten Schlamassel raus.  Wobei versucht habe ich es noch nicht. Im Sinne einer fairen Arbeitsteilung könnte ja auch jemand von euch Lesern diesen Selbstversuch durchführen und dann im Kommentar darüber berichten.

 

Sollten hier übrigens wieder Stimmen laut werden, die sich fragen, ob ich zu viel Zeit und/oder zu viel Geld für solche Experimente habe, dann antworte ich mit einem wohlbegründeten „natürlich nicht“.

Zum Einen habe ich natürlich nicht zu viel Geld. Sonst würde ich ja nicht versuchen auch die erhaltenen Münzen wieder auszugeben, sondern (wie in den meisten Deutschen Haushalten üblich) ein Behältnis zur Kleingeld-Sammeldose umfunktionieren und diesen erst nach einem Jahres- oder Vollfüllungs-Rhythmus leeren. Zum Anderen habe ich auch wahrlich nicht die Zeit mein Münzenberg zur Bank zubringen, in der Hoffnung die würden es mir in Scheine tauschen. Besonders nach der etwas zeitlosen Scheckauszahlung bin ich da ein gebranntes Kind.

 

Informativ möchte ich hier noch zum Besten geben, dass die ¼- und ½-Dinar Scheine entwertet wurden und offiziell als Zahlungsmittel nicht mehr anerkannt sind. Horch… habe ich da einen von den ca. 10 Personen, die dies außerhalb von Libyen im Großraum Michstraße betrifft,  aufschreien hören?

 

Tut mir echt leid L

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