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15. Februar 2011 2 15 /02 /Februar /2011 05:00

Meine Verwunderung über die Flexibilität des Ramadans hatte ich ja schon vor längerem kund getan. Nun ist es der Geburtstag des Propheten Mohammed, der mich staunen lässt.

 

Daran das dieser Geburtstag innerhalb des Gregorianischen Kalenders, wie ich ihn kenne, nicht an einem festen Datum liegt, habe ich mich schnell gewöhnt. Interessanter fand ich die Diskussion über das Sein oder nicht Sein eines öffentlichen Feiertages zum Geburtstag des Propheten. Denn als wir unsere libyschen Kollegen nur zur Sicherheit einmal fragten, ob der  14 Februar in diesem Jahr ein öffentlicher Feiertag sei, erhielten wir die mehr oder minder einstimmige die Antwort, dass dies erst am Abend des 13. Februar ganz sicher feststeht. Nämlich wenn es frühestens ab 21:00 Uhr im Fernsehen öffentlich verkündet wird. Ah ha! Nicht das die letzten 30 Jahre dieser Feiertag immer bestätigt wurde, aber in jedem Jahr gibt es anscheinend ein Restrisiko, dass die Regierung keinen Tag für die arbeitende Bevölkerung frei gibt. Auch eine clevere Lösung als Gönner da zu stehen.

 

 Stelle mir grade vor wie Angela Merkel (bzw. der/die Bundeskanzler/in) am 24.12 eines beliebigen Jahres dem deutschen Volk in einer Fernsehansprache mitteilt, dass der erste und in diesem Jahr auch wieder der zweite Weihnachtsfeiertag frei sind. Quasi wie Hitzefrei. Die Menschen klatschen in die Hände vor Dankbarkeit, alle freuen sich und der, der es verkündet hat ist die Nummer eins der Herzen. Politik kann so einfach sein.

 

Am Abend des 14. Februars bin ich aufgrund von dringenden Lebensmitteleinkäufen, noch einmal in die Stadt gefahren. Und da war richtig etwas los und das soll in Dernah schon etwas heißen. Richtige Volksfeststimmung und die Straßen waren voller Menschen. Einige Geschäfte hatten große Musikboxen nach draußen gestellt und beschallten die Straße mit orientalischer Musik. Immer wieder hörte man Böller knallen oder betont lautes aufheulen von Automotoren und Reifen quietschen. Nicht ganz unerwartet weise, war nur die männliche Bevölkerung auf der Wanderschaft oder Väter mit ihren Kindern. Die Kinder wurden mit allerlei Spielzeug ausgestattet, die sich in Ihren Ramadan-klein.JPGLichteffekten zu übertreffen versuchten. Um die Versorgung dieser Wunderwerke zu gewährleisten hatte man an verschiedenen Stellen provisorische Verkaufsstände aus dem Boden gestampft. Ganz ähnlich wie es zu Ramadan der Fall ist, nur das man zur Fastenzeit auch ein wahres Waffenarsenal von echt schmerzhaften Spielzeugluftgewehren bekommt, die in Deutschland garantiert für Kinder verboten sind. Und das zu Recht, denn Spielzeuge, die aus über 4 Meter Entfernung unproblematisch eine Pappverpackung von Cornflakes durchschlagen, müssen nicht unbedingt von Dreijährigen bedient werden. Ich konnte damals allerdings nicht wieder stehen.

 

Mohammeds-Geburtstag_1-klein.JPG

 

 

Das Gros der Feiergesellschaft schien mir an diesem Abend aus Halbstarken zu bestehen, die eine gewisse Aggressivität ausstrahlten. Untereinander beobachtete ich einige Reibereien und Rangeleien und für das Bild der bevölkerten Einkaufsstraße, gab es einen Anraunzer von einer Gruppe Jugendlicher, so dass ich es vorzog zügig meine Einkäufe zu erledigen und dann nach Hause zu fahren.

 

Irgendwie ist dies aber dann doch wieder ganz ähnlich wie Weihnachten und dem Geburtstag von Jesus. Denn wer am 23. Dezember das Pech hat noch nicht alle Einkäufe erledigt zu haben, der kann sich in den Kaufhäusern und Warteschlangen der  Kassen auf so manches Abenteuer gefasst machen. Unterschwellige Aggressionen zum Fest der Liebe sind da wahrscheinlich noch das Geringste.

 

Auf die Geburtstagskinder dieser Welt!

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