Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Ich liege abends ganz friedlich auf dem Bett und schaue fern. Da bemerke ich aus dem Augenwinkel wie etwas über den Teppich schlendert. Erst habe ich die Befürchtung es ist eine dieser handgroßen Spinnen, die bestimmt auch ganze Menschen verschlingen können, aber es ist nur die freundliche Kakerlake von nebenan. Sie ist zwar auf keinen Fall die Größte Ihrer Art, aber mit 3 bis 4 cm größer als alle, die ich bisher live in einer meiner Unterkunfte gesehen habe.
Glücklicher Weise habe ich einen Schuh neben meinem Bett, so dass ich mich an der Bettkante auf die Lauer lege. Na warte Bürschchen, nicht mit mir. Als sie vom Teppich auf den Fliesenbereich marschierte, sehe ich meine Chance die Angelegenheit relative sauber über die Bühne zu bringen. Ich schlage zu. Daneben. Noch ein Schlag. Wieder daneben. Mist! Meine Herren sind die schnell. Ist bestimmt auch ein Grund, warum sie evolutionär so manche anderen Arten haben kommen und gehen sehen, aber selber immer noch dabei sind. Ich hetzte ihr mit einer Salve von Schuhschlägen hinterher, aber verpasse sie kontinuierlich, sodass sie unter dem rollbaren Fernsehschrank Deckung suchen kann. Es ist Zeit meine Taktik zu überdenken, denn ich will sie auf keinen Fall unter mein Bett laufen lassen, aber im Eins-gegen-Eins bin ich ihr anscheinend unterlegen. Also schleiche ich zurück zum Bett und rufe, da ich den Sichtkontakt nicht verlieren und sie durch lautes Rufen nicht aufscheuchen will, Thore (ca. 4 m Luftlinie entfernt) mit dem Handy an. Thore kommt ebenfalls bewaffnet mit einem Schuh und einem dicken Grinsen im Gesicht. Nun kreisten wir den ungebetenen Besucher ein, treiben Ihn aus dem Versteck und stellten Sie nach einer kleinen Hetzjagd leider auf dem Teppich und nicht auf dem Fliesenbereich. Ääääähhhh. Nix für Tierschützer. Ich verzichte auch auf die Veröffentlichung eines Fotos, sonst kriege ich wirklich noch Ärger mit Greenpeace. Aber ab jetzt klopfe ich immer artig die Hausschuhe aus bevor ich Barfuß hinein schlüpfe, denn ich habe keine Lust auf ein Knacken zwischen den Zehen.
Hoffe nur, dass die Verwandtschaft von Kaki jetzt nicht aus Rache vorbeikommt.
In diesem Sinne,
auf gute Nachbarschaft