Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Was ist das?
Hmm, ein Laie würde vielleicht voreilig urteilen und von einer abrissreifen Bruchbude sprechen, der jegliche Funktion abgesprochen werden kann. Ein Alptraumbild aus Nachkriegszeiten, das die Natur versucht durch den Schutt hindurch wieder zurück zu erobern. Ein Schandfleck in der städtebaulichen Entwicklung von Dernah, das den Außenputz nicht wert ist, der anscheinend das Einzige ist, was diesen klapprigen Trümmerhaufen zusammenhält.
Doch halt!
Werfen wir noch einen zweiten Blick auf dieses Stillleben der besonderen Art. Gehen wir etwas tiefer hinein bis zum Herzen des Gebäudes, um zu entdecken, dass hier der Puls für die gesamte Stromversorgung der Umgebung schlägt.
Und siehe da, plötzlich sieht man das erste Bild mit ganz anderen Augen, nämlich aus denen des Betreibers.
Plötzlich offenbart sich eine kunstvolle Komposition, eine Oase der Energie, deren Schönheit von innen strahlt.
Da ist die pfiffige Konstruktion des Daches, deren Vollkommenheit sich ohne Frage messen kann mit dem Opernhaus von Sydney (http://de.wikipedia.org/wiki/Sydney_Opera_House) oder dem Burj Al Arab (http://de.wikipedia.org/wiki/Burj_al_Arab), welches die Wolken von Dubai streichelt. Hier wird ganz deutlich zum Ausdruck gebracht: Architektur kennt keine Grenzen und Kreativität lässt sich nicht beschränken.
Ebenfalls wird hier dem Zusammenspiel von Natur und menschlicher Schaffenskraft gehuldigt. Verspielt schmieg sich ein lebensspendender Baum an die Wand des Kunstwerkes und freut sich ein Teil davon sein zu dürfen. Die raffinierte Konstruktion der Fenster, gestattet es dem Wind ungehindert die Frische und Leichtigkeit seines Seins in das freundlich einladende Gebäude zu tragen.
Wie Phönix aus dem Schutt empor gekommen, sind wir Zeuge, dass ein Transformator-Gebäude eine Seele hat, die uns in ihren Bann schlägt und Frieden in die Welt trägt.
Vielen Dank an GECOL, dem staatlich, monopolistischen Stromanbieter in Libyen für diese Pracht.