Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Vorab muss ich zugeben, dass ich weder im Allgemeinen noch im Speziellen ein Trachtenträger bin.
Woran erkennt man, dass die fünfte Jahreszeit in Bayern angebrochen ist? An den vielen Lederhosenträgern am Hamburger Flughafen!
Ich musste ja schon etwas schmunzeln als ich am Flughafen saß und ein Mann in kompletter bayrischer Tracht an mir vorbei zog. Das mag ja im Süden Deutschlands Alltag sein, aber hier im Norden sehe ich es einmal im Jahr zur „Kieler Woche“ und das verstärkt an den Fressbuden vom Bayernstand. Und ich gebe zu, dass die Trachtenkleider der Frauen schon ein Hingucker sein können, aber wenn ich erwachsene Männer in diesen Lederhosen mit Hosenträgern, den Jacken mit Hirschhornknöpfen und (meinem persönlichen Favoriten) dem Filzhut mit Feder sehe, fühle ich mich immer im falschen Film. Wie einleitend schon erwähnt ist das jetzt keine besondere Distanz zu den Trachten im Süden, denn wenn ich jemandem in so einem Seemanns-Kostüm rumlaufen sehe, kann ich auch nur an Donald Duck denken und höre sein schnatternde Sprache in meinen Gedanken (Quack, Quack, Quack). Häufig erfasst mich auch eine gewisse Form von Fremdschämen, wenn ich in einer Quiz-Sendung einen Kandidaten ebenso gekleidet erblicke, der unsern Teil des Landes zu repräsentieren versucht und dann alle Antworten voll vergeigt. Ebenso schlimm finde ich, dass fast jeder Amerikaner glaubt, dass ganz Deutschland in Lederhosen rumläuft. Aber diesen Irrglauben haben wir wahrscheinlich einer einseitigen Berichterstattung zu verdanken und da insbesondere auf im Bezug auf die Wahl der Themen und Bilder (Ich sag nur Oktoberfest forever).
Andererseits gibt es auch noch Amerikaner, die davon ausgehen, dass wir noch von Adolf regiert oder vom amerikanischen Präsidenten mitregiert werden.
Aber um den Roten Faden wieder aufzugreifen (wenn es denn einen gibt), setzte es mich dann doch in Erstaunen, wie sehr die Anzahl der „Bayern“ die mich passierten anstieg. Mindestens 20 Voll-Verkleidete und etliche mit eindeutigen Zubehör marschierten am mir vorbei. Gefühlt würde ich sagen, dass der gesamt Flug nach München verkleidet war. Wahrscheinlich haben die Stewardessen auch Dirndl getragen, es wurde das Bier in der Mass serviert und das Flugzeug war wie eine Bratwurst angestrichen, aber das werde ich wohl nie erfahren, da ich ja eine andere Strecke vor mir hatte.
Da bleibt mir nur zu sagen:
O‘an zapft is‘!