Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Ich bin im Bezug auf Sport der Meinung, dass man sich auch einer Sache annehmen kann, obwohl man weiß, dass man sie nicht schafft.
Dies trifft aktuell für mich auf das laufende Tischtennis-Turnier zu, dass im Camp einer der türkischen Baufirmen, die wir beaufsichtigen, durchgeführt wird. Da Albert diese Einstellung mit mir teilt haben wir beide tollkühn wie wir sind, die 10 Dinar Anmeldungsgebühr in die Hand genommen und uns in die Liste der Glücksritter eingetragen.
Durch die Anzahl von 16 gemeldeten Teilnehmern, wurden wir gleich ins Achtel-Finale katapultiert, ohne auch nur einen Ball gesehen zu haben. Durch den Konsum von Unmengen von Sportfilmen in unserer Jugend wie Karate Tiger, Karate Kid, Blood Sport und ähnlichen Perlen der Filmkultur, hatten wir beiden deutschsprachigen Gefährten mehre Theorien, wie wir das Turnier angehen können. Wir spielten sowohl mit der Möglichkeit im Stil der Eiskunstläuferin Tonya Harding unsere Konkurrenz mit Hilfe von Eisenstangen vor dem Spiel zu bearbeiten, als auch uns beim Aufwärmen gegenseitig den Schläger ins Gesicht zu schlagen (ohne natürlich eine körperliche Reaktion darauf zu zeigen), so dass keiner sich getraut gegen uns Psychopaten zu gewinnen.
Etwas Rückgrat los haben wir uns dann doch dafür entschieden, uns mit Hilfe unserer begrenzten spielerischen Qualitäten über Wasser zu halten.
Achtel-Finale
Ich durfte mich im Eröffnungsspiel des Turnieres beweisen. Mein leicht untersetzter Gegenspieler hatte eine ähnliche Strategie wie ich und so spielten wir beide recht zurückhaltend lange Ballwechsel in der Hoffnung, der andere würde schon den Fehler machen. Wir reizten die Notwendigkeit mit drei Gewinnsätzen das Spiel für sich zu entscheiden gnadenlos aus und im Endeffekt hatte ich wohl ein paar weniger Fehler fabriziert, so dass ich mit 3:2 Sätzen in das Viertel-Finale einziehen durfte.
Albert machte sich die Sache nicht so schwer und fegte seinen Gegner locker mit drei Sätzen vom Tisch, wobei ich das Gefühl hatte, dass bei keinem Punkt der Ball mehr als zwei Kontakte mit einem Schläger hatte. Also, Aufschlag = Punkt oder Aufschlag gefolgt von einem schlechten Return = Punkt. Da fand ich mein Spiel zwar ansehnlicher, aber Albert war definitiv effektiver.
Mit Partylaune im Blut haben wir uns dann eine Kiste Bier besorgt und sind abends noch in die Kneipe zum Feiern…. ach ne, dass gibt es ja hier alles nicht. Wir haben uns auf Jeden Fall gefreut.
Schauen wir mal wie das Viertel-Finale auch überleben.