Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Ich stelle gelegentlich fest, dass mich das Hotelpersonal irritiert in Ihrem Verhalten beispielsweise im Bezug auf Ausführung, Zuverlässigkeit, Verständnis oder Zeitgefühl.
Ein Beispiel dafür habe ich schon im Artikel „Reisetag“ beschrieben.
Sehr schön ist auch der Kellner, der uns an jedem Abend, an dem wir mal im Hotelrestaurant essen gehen uns mit einem halben Kilo Gel in den Haaren mit den einleitenden Worten „Good evening, TODAY we have…“ begrüßt und dann seine auswendig gelernte Menü-Predigt, die wir mit beten können herunter rattert. Spagetti sind nicht in der Standartpredigt enthalten und obwohl wir diese fast jedes Mal bestellen, fragt derselbe Kellner immer wieder stutzend nach. Verblüffend diese Ignoranz.
Heute ebenfalls ein kleines Highlight. Gestern Abend hatte ich aufs Abendbrot verzichtet und mein Spät-Aufsteher-Frühstück viel auch aus, weil die Milch in meinem Kühlschrank schlecht war. Ich hielt mich tagsüber mit Getränken bei Kräften und hatte nach einen anständigen Lauf durch die Ausgrabungsstätte Apolonia einen Appetit, der seines gleichen sucht. Durch meine Kollegen wusste ich, dass es auch möglich ist sich etwas zu essen aufs Zimmer zu bestellen und da man hier im Lande nicht viele Möglichkeiten hat etwas dekadent zu sein, hielt ich es nun für eine fantastische Idee und die richtige Gelegenheit. Als ich mich ins Zimmer geschleppt hatte, schnappte ich mir schnell den Hörer, wählte 222 und bestellt mir ein Sandwich. Ich duschte schnell, um nicht vom Kellner unter der Dusche raus geklingelt zu werden und wartete. Ich schaute ein wenig fern und wartete. Ich fing an mein Buch weiter zu lesen und wartete. Ich muss wohl bewusstlos geworden sein, als mich mein Magen daran erinnerte, dass er immer noch erwartet bedient zu werden und da waren schon knapp 40 Minuten rum. Auch wenn viele jetzt der Meinung sind, dass ich überregiert habe, fand ich es an der Zeit doch noch einmal nachzufragen, wo mein Sandwich sich versteckt hat. Die Antwort die ich von der Stimme am anderen Ende des Hörers bekam, war so einfach wie logisch:“Tut mir leid wir haben momentan keinen Käse!“ Ah ja, na klar. Kein Käse, kein Sandwich und warum dem dusseligen Hotelbesucher noch darüber informieren, dass deshalb kein Essen kommt. Kann der ja auch selber drauf kommen. Ich bin aber auch so ein Trottel. Ich bat trotzdem darum mir das Sandwich auch ohne Käse zu bringen und keine 20 Minuten später war es dann auch schon da. Interessanter Weise habe ich durch meine Kollegen erfahren, dass diese noch nie ein Sandwich mit Käse bekommen haben. Ohne Worte!