Kurze Erlebnisberichte über meinen Aufenthalt in Libyen und jetzt auch Albanien
Auf unserem letzten Freitagsausflug hatten wir uns Festungsanlage gleich um die Ecke in Sousa ausgesucht. Der Aufstieg ging durch einen Wadi und dann steil bergauf.
Puh, obwohl wir grade den Film Nordwand, vom günstigen Filmbren.. ah Filmverleih um die Ecke angeschaut hatten und somit eigentlich fit fürs Bergsteigen waren, spürten wir den Aufstieg schon in den Beinen. Aber wir wussten, wenn man umdreht ohne auf der Bergspitze gewesen zu sein, kommt man nicht mehr lebend unten an. Also nutzen wir all unser Kletterkönnen aus dem Kindergarten und kamen auch oben an.
Und nicht nur die Aussicht entschädigte für die Anstrengungen, sondern auch die wirklich große Festungsanlage selber.
Am Beindruckenden waren die eingeritzten Namen und Daten von Personen, die diesen Ort schon besucht und größtenteils auch bewohnt hatten. Die älteste Datierung ist von 1901 und die meisten haben sich zwischen 1941 bis 44 mit Datum verewigt.
Ist ein komisches Gefühl sich vorzustellen, wie die jeweilige Person seine Daten in diese Wände geritzt hat. Als ich dann aktuelle Beschriftungen auf Arabisch gesehen habe, war ich gespalten zwischen den Gedanken, „wie können die nur auf diese antiken Schätze etwas kritzel“ und „naja, in hundert Jahren wird die Burg wahrscheinlich immer noch so hier stehen und dann sind eben Zweihundert und Hundert Jahre alte Wand-Ritzereien vorhanden“. Trotz dieser Überlegung habe ich immer noch etwas gegen sinnlose Graffiti-Kürzel, die eh keine hundert Jahre halten und nur hässlich aussehen. Das klingt zwar konservativ, ist aber so.
Beim Abstieg haben wir dann auf den letzten Metern kurz die Kontrolle über unser Gleichgewicht verloren und einen anständigen Steinschlag auf die benachbarte Straße verursacht. Zum Glück kam keiner in dem Moment vorbei und hier machen wir die Reste grade weg.
Der Berg ruft.